Der Meisterbrief und seine Vorteile

Der Meisterbrief und seine Vorteile

In Handwerksbetrieben hat der Meister eine Schlüsselposition. Meist ist sein Arbeitsgebiet die Werkstatt der Firma. Hier werden täglich neue Herausforderungen an ihn gestellt. Zu der Vielzahl von Aufgaben, die er zu bewältigen hat, gehören unter anderem die Organisation des reibungslosen Ablaufes der Produktion, der Einsatz der Mitarbeiter entsprechend ihrer Qualifikation, die Erarbeitung von Personaleinsatzplänen, die Materialdisposition und die Qualitätskontrolle. Dafür benötigt er neben der fachlichen und persönlichen auch eine soziale Kompetenz.

Die Grundlagen für seine fachlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten werden mit der Berufsausbildung geschaffen. Je länger er dann in seinem erlernten Beruf tätig ist, umso spezifischer sind die Kenntnisse und praktischen Erfahrungen, die helfen, Probleme zielorientiert und komplex zu lösen. Bei der persönlichen Kompetenz handelt es nicht um erlernte Fähigkeiten, sondern vielmehr um persönliche Eigenschaften. Dazu zählt beispielsweise die individuelle Arbeitstechnik. Hierbei handelt es sich um die Art und Weise, mit der eine Aufgabenstellung gelöst wird. Dabei spielt die persönliche Effizienz und Effektivität bei der Herangehensweise eine große Rolle. Weitere Eigenschaften sind unter anderem die Einstellung zum Leben und zum Beruf, die Motivation, Menschenkenntnis und Empathie. Unter Empathie wird Einfühlungsvermögen verstanden. Gerade in Führungspositionen ist es wichtig, sich in die Gedanken und Gefühle der Mitarbeiter hinein versetzen zu können. Die Grenze zwischen der persönlichen und der sozialen Kompetenz ist fast fließend. Spielen doch bei beiden die Motivation und die Teamfähigkeit eine große Rolle. Schließlich kann niemand einen anderen Menschen motivieren, wenn er nicht selbst motiviert ist. Teamarbeit ist heute in fast allen Bereichen gefragt und wichtig. Kein Wunder, denn so gelingt es, ein optimales Zusammenwirken der Mitarbeiter zur Erreichung des Unternehmenszieles zu gewährleisten. In Bezug auf die Arbeitswelt gehören auch Konflikt-, Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit zur Sozialkompetenz.

Der Meister ist ein Titel, der verliehen wird. Voraussetzung dafür ist das Ablegen der Meisterprüfung vor der Prüfungskommission der zuständigen Kammer. Um das dafür notwendige theoretische und praktische Wissen zu erlangen, ist der Besuch der Meisterschule für etwa 2 Jahre unabdingbar. Meist findet diese Ausbildung in Form von Abend- oder Wochenendkursen statt. Vollzeitkurse sind eher selten, da die Teilnehmer meist vollzeitbeschäftigt in ihrem erlernten Beruf tätig sind. Allerdings hat diese Form den Vorteil, dass die Schulzeit nur etwa 8 Monate dauert. Die zu vermittelnden Inhalte gliedern sich in die vier Teile Fachpraxis, Fachtheorie, Wirtschafts- und Rechtskunde sowie Berufs- und Arbeitspädagogik. Neben den Inhalten der Teile Fachpraxis und Fachtheorie sind auch die Kosten für die Schule berufsabhängig. Ursächlich dafür ist, dass der zu vermittelnde Stoff in einigen Berufen aufwendiger ist. Daraus ergibt sich eine höhere Anzahl von Unterrichtsstunden, um den Teilnehmern so ein fundiertes Wissen vermitteln zu können. Generell beinhalten die Kosten Schulungsgebühren, Aufwendungen für Fachbücher und sonstiges Arbeitsmaterial, Prüfungsgebühren und Materialkosten für das Prüfungsstück.

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